Sie gilt als die prächtigste und eleganteste Antiquitätenmesse schlechthin, die Biennale des Antiquaires in Paris. Vom 15. bis 24.

September kann sie nun wieder gehörig prunken: Nach fünf Exiljahren in den Katakomben des Louvre kehrt sie zurück ins Grand Palais. Von 1962 bis 1992 präsentierten Kunsthändler aus aller Welt ihre Ware in dem gläsernen Palast rechts der Seine, der einst für die Weltausstellung im Jahr 1900 erbaut worden war. 1993 aber stürzte sein filigranes Gewölbe ein, er wurde geschlossen, die Messe ausgelagert. 13 Jahre dauerte die Restaurierung bislang, und noch immer ist der Umbau nicht vollendet, obgleich das Palais wieder geöffnet hat. Gut 100 Millionen Euro verschlangen die Baumaßnahmen über die Jahre.

Nur logisch, dass sich auch die Renaissance der Biennale im Grand Palais mit Superlativen schmückt. 7000 Kunstwerke aus drei Jahrtausenden wollen die 107 teilnehmenden Kunsthändler auffahren, Appetit darauf soll ein Gala-Diner für 900 kaufkräftige Gäste machen, aufgepeppt mit Vertretern der Pariser Schickeria wie dem Modezar Karl Lagerfeld oder der Exkaiserin Farah Diba. Und als Schirmherrin des Spektakels fungiert die First Lady der Grande Nation: Bernadette Chirac.

Diesem Revival angemessen ist denn auch manches dargebotene Werk. Die Galerie Neuse aus Bremen präsentiert das Cabinet Exposition Universelle des Londres aus schwarzem Ebenholz mit Bronzen von Ferdinand Barbedienne, entworfen von Louis Constant Sevin. Es hatte bereits 1862 auf der Weltausstellung in London Furore gemacht und war schließlich für 1000 Livres an den Vizekönig von Ägypten gegangen.

Die Biennale des Antiquaires ist für einen zugelassenen Kunsthändler ohne Frage ein Höhepunkt, und so präsentieren wir uns in Paris mit einer kleinen Zauberkammer, sagt der Geschäftsführer Volker Wurster.

Mit sieben Ausstellern ist Deutschland in Paris gut vertreten, es rangiert nach Frankreich und Großbritannien gemeinsam mit Belgien an dritter Stelle. Erstmals dabei ist die Kunstkammer Georg Laue aus München, sie teilt den Stand mit dem Münchner Kunsthandel Mehringer.

Kunstkammerobjekte in Bernstein, Elfenbein, Rhinozeroshorn und Schildpatt aus dem 16. bis 18. Jahrhundert von Laue sollen dort stehen, gleich neben einer florentinischen Christus-Büste um 1490 von Andrea Ferucci und einer Pietà von Giuseppe Gricci aus Neapel um 1745.