Vor kurzem wurden Milan Vidmars Goldene Schachzeiten in der Edition Mädler im Joachim Beyer Verlag neu aufgelegt. Darin lässt Vidmar (1885 bis 1962), der sowohl im Schach als auch in der Elektrotechnik zu den herausragenden Vertretern seiner Zunft zählte, die "guten, alten Zeiten" noch einmal lebendig werden. All das in einem perfekten Deutsch, der damaligen Schachsprache, in der der Slowene auch mit dem "polnischen" Argentinier Najdorf, dem Tschechen Flohr, dem Letten Nimzowitsch, dem Ukrainer Bogoljubow et cetera verkehrte.

"Meine Erfahrungen lehren mich, dass Schach lebendig war und noch ist, dass es als ein eigenartiges Lebewesen gesund und krank, blühend und verfallend sein kann, dass es seine Poesie, seine Philosophie hat, andererseits auch dem Hingleiten ins rein Sportliche ausgesetzt ist, dass es Verführungen entwickelt, die ein menschliches Leben vergeuden wollen, andererseits unvergleichliche Genüsse bietet, wenn es rein genossen wird."

Das Neujahrsturnier 1925/26 gewann Vidmar in Hastings zusammen mit dem späteren Weltmeister Alexander Aljechin mit je 8,5 Punkten aus 9 Partien, wobei ihm ein "gewaltiger" Sieg gegen den damaligen englischen Meister F. D. Yates gelang.

Hören (beziehungsweise lesen) wir Vidmar selbst: "Vier Damen treten im Schlussakt des Dramas auf. Die Glocken der nahen Türme waren bereits auf dem Sprung, das neue Jahr (1926) einzuläuten, als Weiß zu seinen letzten Schlägen ausholte. Finita la comedia!"

Wie setzte Vidmar als Weißer am Zug (wichtig, sonst setzt nämlich Schwarz matt) in höchstens 4 Zügen matt?