Heute möchte ich zum ersten Mal eine Frage aufgreifen, die in einer früheren Stimmt’s- Folge beantwortet wurde (ZEIT Nr. 31/98) , und die Antwort revidieren. Es geht um die Frage: Kann ein Mensch mit seiner unverstärkten Stimme ein Glas zum Zerspringen bringen? Unter der Überschrift Selbst Caruso sang zu leise schrieb ich damals: "Es ist kein dokumentierter Fall bekannt, in dem ein Mensch mit seiner Stimme ein Glas zum Zerplatzen gebracht hätte."

Das stimmte wohl auch. Inzwischen aber ist das Kunststück tatsächlich vollbracht (und ich danke dem Leser David Käthner aus Chemnitz für den Hinweis): In der 31. Folge der Sendung Mythbusters, erstmals ausgestrahlt in dem amerikanischen Discovery Channel am 18. Mai 2005, ließen die Experimentatoren Glas zerspringen. Der Trick besteht darin, die Eigenfrequenz des Glases zu bestimmen und es dann mit genau dieser Frequenz zum Schwingen anzuregen. Zunächst wurde das mit einer Stimme demonstriert, die elektronisch verstärkt war – was allerdings nicht ganz der ursprünglichen Aufgabe entspricht. Dann aber trat der Rocksänger Jaime Vendera auf den Plan, der angeblich über einen Stimmumfang von sechs Oktaven verfügt. Neunzehnmal versagte er, aber beim 20. Versuch (und beim 12. Glas) machte es "klirr". Also: Nicht alles, was bisher nicht geschehen ist, ist deshalb schon unmöglich. Christoph Drösser

Die Adressen für "Stimmt’s"-Fragen:
DIE ZEIT, Stimmt’s?, 20079 Hamburg, oder stimmts@zeit.de .
Das "Stimmt’s"-Archiv: www.zeit.de/stimmts

Audio: www.zeit.de/audio"