Entgegen landläufiger Meinung verbilligt die Förderung der Windenergie den Strompreis für die energieintensive Industrie. Wenige Wochen vor dem nächsten Energiegipfel der Bundesregierung geht diese Erkenntnis aus einer Untersuchung des Hamburgischen Welt-Wirtschafts-Archiv (HWWA) hervor. In ihrer Analyse schreiben die HWWA-Mitarbeiter Sven Bode und Helmuth Groscurth, dass dank einer Förderung durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) die Strombezugskosten für die besonders stromintensiven Unternehmen sinken können.

Der Effekt kommt deshalb zustande, weil jede zusätzlich erzeugte Kilowattstunde Windstrom billiger ist als die dadurch verdrängte, aus herkömmlichen Quellen erzeugte Elektrizität. Der Stromgroßhandelspreis sinkt somit und zwar stärker, als die EEG-Umlage die besonders stromintensiven Unternehmen belastet. Als Preisvorteil ergeben sich bei der im vergangenen Jahr erzeugten Menge EEG-Strom rund 0,2 Cent je Kilowattstunde.

Auf besonderes Interesse dürfte der Befund beim Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) stoßen. Der hatte vor kurzem gemeinsam mit dem Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) erklärt, es sei ein erreichbares Ziel, die regenerativen Energien in den nächsten 25 Jahren zu einem tragenden Teil der Energieversorgung zu machen.

Vertreter der laut HWWA in Wirklichkeit begünstigten energieintensiven Unternehmen hatten sich darüber sehr unglücklich gezeigt.