Die Truppen der Afrikanischen Union (AU), die einzige internationale Mission in Darfur, sind handlungsunfähig. »Afrikanische Lösungen für afrikanische Probleme« – so lautete lange Zeit das Mantra der internationalen Gemeinschaft in Darfur. Aber diese hat es versäumt, die AU ausreichend zu unterstützen, und so ist sie in Darfur gescheitert. Sie ist ungenügend ausgebildet, schlecht ausgerüstet, demoralisiert und korrupt. Eine große, mit robustem Mandat ausgestattete UN-Mission muss entsandt werden.

Dass das sudanesische Regime seine Zustimmung zu einer Blauhelmmission verweigern würde, war zu erwarten. Der starrköpfige Präsident Omar al-Baschir und andere Regierungsmitglieder behaupten, die Sudanesen wollten keine Blauhelme. Ich habe bei meinen Besuchen in Darfur aus aller Munde das Gegenteil gehört: »UN, UN, wir wollen UN-Blauhelme.«

Es ist für mich völlig unverständlich und unannehmbar, dass wir angesichts des ersten Völkermords in diesem Jahrhundert immer noch nicht handeln – obwohl wir genau wissen, was zu tun ist. Immer wieder erinnern wir uns an Ruanda und bedauern unser entsetzliches Versagen. Die Frage ist, ob wir am Ende dieses Kapitels menschlicher Zerstörung uns genauso unserer Tatenlosigkeit werden schämen müssen.

Für die Menschen, die ich in den Flüchtlingslagern getroffen habe, für die Halimas und Fatimas, kann ich nur hoffen, dass die Welt dieses Mal eingreift.

Die Schauspielerin Mia Farrow ist Goodwill-Botschafterin des UN-Kinderhilfswerks Unicef. Sie hat den Sudan mehrmals besucht – zuletzt im Juni dieses Jahres

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