Viele Unternehmen wissen gar nicht, wie viele ältere und wie viele junge Mitarbeiter sie beschäftigen. Die meisten Firmen hätten keine Statistiken oder Alterskurven ihrer Belegschaft, sagt Christoph von Rothkirch, Unternehmensberater und Autor der Studie Altern und Arbeit.

Sie hätten vorwiegend jüngere Mitarbeiter und nähmen deshalb das Alter gar nicht als mögliches Problem wahr. Nur vier Prozent der Firmen sind laut Umfragen schon auf die Idee gekommen, die Altersentwicklung ihrer Belegschaft könnte überhaupt ein Problem für sie sein.

Wenn sie sich da mal nicht täuschen.

Schon jetzt gibt ein Sechstel der Unternehmen zu, Stellen nicht mehr mit Fachkräften besetzen zu können. Vor allem dem verarbeitenden Gewerbe, der IT- und Pharma-Branche, dem Maschinen- und Fahrzeugbau fehlen geeignete Bewerber, belegt eine Studie des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK). Die Älteren außen vor zu lassen ist eine gigantische Verschwendung. In den meisten Unternehmen findet gar keine langfristige Personalpolitik statt und schon gar keine altersübergreifende, ärgert sich Annegret Köchling von der Gesellschaft für Arbeitsschutz- und Humanisierungsforschung (GfAH).

Sie leitet das Projekt Generationenübergreifende Personalpolitik, das vom Bundesministerium für Bildung gefördert wird.

Im Extremfall setzt ein Betrieb konsequent auf 30-Jährige, sortiert die Älteren aus, kann jahrelang vielleicht auch gar niemand mehr einstellen und auf einmal geht fast die komplette Belegschaft auf einen Schlag in Rente. Wenn dann junge Fachkräfte fehlen, bleiben die Werkshallen leer.

Dabei gibt es Beispiele von Unternehmen, in denen Jung und Alt zusammenarbeiten.