Mossad ist der gefürchtetste Geheimdienst der westlichen Welt, denn seine Agenten bringen Staatsfeinde gezielt um. Er untersteht dem Ministerpräsidenten, die Identität des Direktors ist seit einigen Jahren bekannt, die Namen aller anderer Mitarbeiter, der Umfang des Etats und auch die Personalstärke bleiben Staatsgeheimnis. Sie wird auf 1200 Mann geschätzt.

Nach der Ermordung von elf israelischen Sportlern während der olympischen Sommerspiele in München 1972 tötete Mossad um die zwanzig Mitglieder der Terrorgruppe Schwarzer September und der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO). Dieser Operation Gotteszorn, die über zwei Jahrzehnte andauerte, fielen außerdem ein unschuldiger Marokkaner und vier Passanten in Beirut zum Opfer.

Mossad-Agenten waren vermutlich auch für die Erschießung des Mitbegründers der Fatah, Abu Dschihad, des Chefs des islamischen Dschihad, Fathi al-Schiqaqi, und des kanadischen Ingenieurs Gerald Bull verantwortlich. Bull hatte an der Entwicklung einer Langstreckenrakete für Saddam Hussein gearbeitet. 1960 entführte Mossad in Argentinien den Naziverbrecher Adolf Eichmann, 1986 in Italien den Atomtechniker Mordechai Vanunu. Der hatte der englischen Sunday Times Einzelheiten des israelischen Atomwaffenprogramms verraten. Die Befreiung von hundert Geißeln nach einer Flugzeugentführung 1976 trug ebenso zum Mythos der Organisation bei wie die Zerstörung des Atommeilers Osirak im Irak 1981.