"Initiative 50plus" nennt Franz Müntefering seinen Vorstoß, mit dem er die Chancen Älterer am Arbeitsmarkt verbessern will. Die unterschiedlichsten Ideen hat er unter diesem Etikett zusammengefasst: Zuschüsse für Firmen, die Ältere einstellen oder fortbilden; "Beschäftigungspakte", in denen altersgerechte Arbeitsbedingungen ausgetüftelt werden sollen; Ein-Euro-Jobs für Menschen ab 58; einen Kombilohn und erleichterte Möglichkeiten, ältere Bewerber befristet zu engagieren. All das gibt es allerdings schon.

Müntefering will nun die "neuen und bewährten" Maßnahmen verbessern und bis zu 100000 Angehörige der Generation 50 plus wieder in Lohn und Brot bringen. So verspricht es der Bundesarbeitsminister jedenfalls in seinem Eckpunktepapier, über das in dieser Woche das Kabinett berät.

Eines der wichtigsten neuen/alten Instrumente sind die Eingliederungszuschüsse. Als "bewährt" kann man sie allerdings kaum bezeichnen. Im Rahmen der Hartz-Evaluierung kam heraus: Sie führen "nicht zu zusätzlichen oder vorgezogenen Neueinstellungen", es gibt Hinweise auf "Mitnahmeeffekte", und die Kosten würden wahrscheinlich höher liegen als das eingesparte Arbeitslosengeld.

Ein zweiter zentraler Hebel ist der geplante Kombilohn für Ältere, der bisher unter dem Namen "Entgeltsicherung" firmiert. In diesem Fall bekommt nicht der Betrieb den Zuschuss, sondern der Arbeitslose, der bereit ist, einen Job anzutreten, bei dem er weniger verdient als zuvor. Das Urteil der Hartz-Evaluierer in diesem Fall: Ein Einfluss auf die Beschäftigungschancen ist "nicht nachweisbar".

Müntefering hält trotzdem an den Zuschüssen fest. Sie sollen noch großzügiger ausstaffiert werden, und auf den Kombilohn soll es – in bestimmten Einkommensgrenzen – einen Rechtsanspruch geben. Selbst wenn auf diese Weise 100.000 Menschen in Arbeit kämen, wäre das ein Erfolg mit Fragezeichen. Denn Subventionen dieser Art erleichtern zwar die Beschäftigung der geförderten Zielgruppe. Sie führen in der Regel aber auch dazu, dass weniger andere Arbeitslose zum Zuge kommen. Der Sachverständigenrat spricht von einem "Verdrängungseffekt".

Mehr Jobs dürften durch diese Zuschüsse jedenfalls kaum entstehen. Das wäre höchstens dann denkbar, wenn die Masse der Erwerbslosen Subventionen erhielte und Arbeit insgesamt billiger würde. Selbst Münteferings Kabinettskollege Michael Glos warnte deshalb kürzlich vor dem 50-plus-Modell: "Gruppenspezifische Lohnsubventionen erreichen zu vertretbaren Kosten keine nennenswerten Beschäftigungseffekte."