Das dicht gewobene Sicherheitsnetz in Syrien besteht aus der politischen und der allgemeinen Sicherheitsabteilung, dem Militärgeheimdienst und dem Luftwaffengeheimdienst, die alle der direkten Kontrolle des Präsidenten Baschar al-Assad unterstehen. Dass sich ihre Wirkungskreise überschneiden, ist beabsichtigt, denn so ist das syrische Regime, das vor über 40 Jahren den politischen Ausnahmezustand ausgerufen hat, nicht auf die Informationen einer einzigen Institution angewiesen. Keiner der einzelnen Dienste weiß in Gänze, was die anderen an die Präsidialverwaltung melden. Sogar die Chefs der Unterabteilungen der einzelnen Dienste erstatten dem Präsidenten direkt Bericht. Das Regime bleibt damit Herr der Informationsflüsse und sichert so seine Macht.

Bis 2005 war der Libanon das Manövergelände der syrischen Geheimdienste. Der libanesische Muchabarat, arabisch für Geheimdienst, war eng mit seinem syrischen Pendant verflochten und vor allem darauf ausgerichtet, syrische Interessen im Libanon zu schützen. Zahlreiche Entführungen und Attentate auf antisyrische Politiker und Journalisten sollen auf sein Konto gehen, auch der Mord an Libanons Expremier Rafiq al-Hariri. Im April 2005 haben die syrischen Truppen den Libanon verlassen, und die Männer mit den schwarzen Lederjacken sind im öffentlichen Raum weniger geworden. Die antisyrische Opposition im Libanon wirft ihrem nationalen Geheimdienst jedoch weiter vor, ein Instrument des Nachbarn Syrien zu sein.