Obwohl in dem Firmennamen ein romantisches Kleinbauernidyll mitschwingt, kontrolliert das niedersächsische Unternehmen beinahe die gesamte Produktionskette. Er besitzt eigene Elterntierherden, Brütereien, Schlachthöfe und Futtermühlen. Nur zum Mästen werden die Küken aus der Hand gegeben und an etwa 700 Vertragslandwirte verteilt sie ziehen sie auf und liefern sie zurück an Wiesenhof.

Vollständige vertikale Integration nennt sich das Konzept, das eine strenge Überwachung ermöglicht. Der Nachteil ist ein anderer: In der Geflügelbranche ist die unabhängige bäuerliche Landwirtschaft faktisch abgeschafft.

McDonalds schaltet den Zwischenhandel aus

Die Fastfood-Kette McDonalds rühmt sich, innerhalb weniger Stunden die Herkunft eines Hamburgers klären zu können. 65 Kontrollstufen hat das Unternehmen zu diesem Zwecke installiert. Über die Chargennummer auf der Verpackung der Fleischfladen im Restaurant führt der Weg zurück zum Hersteller Esca Food Solutions, von dort mit Hilfe verschiedener Codes zu den Zerlegebetrieben und schließlich zu den Schlachthöfen.

Dort wiederum ist dokumentiert, welche Ohrenmarken die Tiere trugen und von welchem Bauernhof sie stammten.

Ein Landwirt, der in diesem System mitmachen will, verpflichtet sich, die Anforderungen von McDonalds einzuhalten. Er liefert an die Firma Esca Food Solutions, die dafür sorgt, dass Schweine und Rinder zu Hackfleisch und schließlich zu Burgern werden. Esca ist Exklusivlieferant McDonalds schaltet auf diese Weise den Zwischenhandel aus. Im Gegenzug verpflichtet sich der Bauer, seinen Betrieb jährlich überprüfen zu lassen und die Forderungen des McDonalds Agricultural Assurance Programms MAAP einzuhalten. Dazu gehören nach Angaben des Unternehmens zehnmal mehr mikrobiologische Kontrollen als gesetzlich vorgeschrieben, besondere Bestimmungen beim Tierschutz und unangemeldete Besuche bei den Landwirten.