Hohe Benzinpreise und asiatische Konkurrenten machen westlichen Automobilbauern das Leben schwer. Nicht zufällig rollt derzeit eine große Abschiedswelle durch die Führungsetagen der Hersteller: Nach den Chefs von Ford, BMW, DaimlerChrysler, Seat und Renault hat jetzt auch der 59 Jahre alte Präsident von PSA Peugeot-Citroën, Jean-Martin Folz, seinen Abschied verkündet.

Zehn Jahre lang hatte der Ingenieur die bereits in den achtziger Jahren zusammengeführten Traditionsmarken gelenkt und zum zweitgrößten europäischen Hersteller aufgebaut. Mit neuen Fabriken in Lateinamerika, China und Osteuropa wollte Folz 2004 erstmals die Rekordmarke von vier Millionen verkauften Fahrzeugen erreichen.

Doch dann traf der Manager auf ein Hindernis nach dem anderen.

Widerspenstige Familienerben der beiden Häuser vereiteln bis heute eine vollständige Fusion, der hauseigene Zulieferer Faurecia wurde in Deutschland in Korruptionsskandale verwickelt, und im Jahr 2006 brachen die Gewinne um 60 Prozent ein. Zudem leidet die Marke unter ihrem nüchternen, funktionalen Image, was dem trockenen und strengen Auftreten von Folz ganz entsprach. Wie groß die Ratlosigkeit im Konzern über Folz um drei Jahre vorgezogenen Abschied ist, zeigt die Tatsache, dass kein Nachfolger in den Startlöchern steht, sondern eine Findungskommission erst noch auf Talentsuche gehen muss.