Der Bundespräsident lässt sich ungewöhnlich viel Zeit. Schon am 7.

April dieses Jahres beschloss der Bundestag die Privatisierung der bisher staatlichen Deutschen Flugsicherung GmbH (DFS), doch das Gesetz ist immer noch nicht rechtskräftig, weil Horst Köhler nach wie vor seine Unterschrift verweigert. (ZEIT Nr. 33/06). Die Prüfung läuft weiter, heißt der knappe Kommentar des Präsidialamtes. Offensichtlich will Köhler noch mit Experten darüber diskutieren, ob bei einer Privatisierung der Flugsicherung das Grundgesetz respektiert wird. Das fordert im Artikel 87d: Die Luftverkehrsverwaltung wird in bundeseigener Verwaltung geführt.

Der Staat ist also grundsätzlich für die Sicherheit am Himmel verantwortlich und kann so offensichtlich die Bedenken Köhlers diese Verpflichtung nicht einfach an ein gewinnorientiertes Privatunternehmen abschieben. Die Deutsche Flugsicherung dagegen möchte gerne ihre internationale Wettbewerbsfähigkeit verbessern und braucht dafür Kapital, das ihr der Bund nicht bietet. So wartet auch das Unternehmen, das über 5000 Mitarbeiter (unter ihnen 1800 Fluglotsen) beschäftigt, auf die Entscheidung des Bundespräsidenten.

Wie sie ausfällt, vermag man bei der Flugsicherung nicht einzuschätzen: Wir harren der Dinge, die da kommen.