Leider bleibt ein Aspekt unbeleuchtet: die Verunsicherung der Eltern schon während der Schwangerschaft. Dank moderner Geburtsmedizin sind rund 80 Prozent aller Schwangeren zu Risikopatientinnen geworden! Das heißt, dass 80 von 100 Frauen aus oft nicht nachvollziehbaren Gründen neun Monate lang mit ihren Ängsten leben müssen, um bei der Geburt festzustellen, dass das Kind ganz normal auf die Welt kommt. Wie können solche Eltern Vertrauen in die Normalität der kindlichen Entwicklung lernen? Wir sollten sie in ihren Kompetenzen stärken, ihnen Sicherheit geben und ihnen wieder das Gefühl für Normalität zeigen. Dann wird sich vieles von dem, was Sie in Ihrem Artikel beschrieben haben, von selbst lösen.

Lisa Janicke, Bergisch Gladbach

Der Artikel sollte Patient Gesellschaft heißen, denn in unserer Gesellschaft wächst der Leistungsdruck auf die Kinder zu stark. Eltern geraten schon früh unter Druck. Eine Mutter, die mir ihr Kind in meiner Praxis (Ergotherapie) vorstellte, meinte, ihr Kind könne mit vier Jahren noch nicht Fahrrad fahren. Ich konnte sie gelassen wieder wegschicken. Wir sollten in der Psychologie und Pädiatrie vorsichtig und einfühlsam mit so genannten Entwicklungsgittern, Untersuchungen und Testverfahren umgehen. Kinder dürfen nicht als Symptomträger für unsere Gesellschaft herhalten.

Schade, dass Sie so negativ in Ihrem Interview mit Harald Bode über Ergotherapie sprechen.

Juliane Eickhoff, Berlin