Acht Tage lang hatte die ZEIT den Parlamentskandidaten Jean Claude Kibala im kongolesischen Wahlkampf begleitet (ZEIT Nr. 31/06). Nun steht das Ergebnis fest: Um knapp 2000 Stimmen hat Kibala den Einzug in das Parlament in Kinshasa verfehlt. Für jemanden, der von außen als Parteiloser in den Wahlkampf ging, sagt er, ist das trotzdem ein gutes Ergebnis. Laut kongolesischem Wahlgesetz können politische Parteien die Wählerstimmen für all ihre Kandidaten auf ihren Spitzenreiter vereinen, was Parteilose eindeutig benachteiligt.

Kibala, der die vergangenen 17 Jahre in Deutschland studiert und als Ingenieur gearbeitet hat, galt zu Beginn des Wahlkampfs als chancenlos, entwickelte sich aber zu einem der Favoriten für die drei Sitze seines Wahlkreises in der kriegszerrütteten Provinz Süd-Kivu.

Während seiner Kampagne musste er sich mit Hutu-Milizen, korrupten Polizisten, trinkfesten russischen Piloten und schießwütigen Soldaten herumschlagen. Die Lust an der kongolesischen Politik hat er trotzdem nicht verloren. Er will jetzt für ein politisches Amt in seiner Heimatprovinz Süd-Kivu kandidieren.