Fünf US-amerikanische GIs lernen sich 1961 in Südwestdeutschland kennen und gründen dort, in permanenter, auf den erwarteten Dritten Weltkrieg gerichteter Alarmbereitschaft, eine Band. Nach ihrer Entlassung aus der Armee 1964 bleiben die Musiker im Lande, tingeln weiter, haben Autos, haben Freundinnen in jeder Stadt. Sie spielen die Top-Ten-Hits anderer Bands. Gleichzeitig malen sich zwei junge Männer aus den Designschmieden Essens und Ulms eine Combo aus, wie sie die Welt noch nicht erlebt hat. Sie sehen die fünf Ex-GIs live.

Die sind ganz stolz auf ihre endlich über die Ohren gewachsenen Haare, doch die Designer, die im Nu ihre Manager werden, überzeugen sie davon, sich Tonsuren rasieren zu lassen und sich fortan The Monks zu nennen: in Mönchskutten gegen den Großmutterstil der Beatles losrocken.

Sie sollen nun eigene Stücke schreiben und entwickeln, unter deutscher Anleitung, vor Can, vor The Velvet Underground, einen revolutionären, am ehesten durch ihre zufällige Bekanntschaft in der Kaserne erklärbaren eklektischen Stil: Ein harsch elektrifiziertes Banjo sowie ein jazziges, an Gene Krupa erinnerndes Schlagzeug stechen besonders hervor. Auch der verzerrte Bass. Wilde Orgelkaskaden.

Alles stark repetitiv. Dazu dadaeske Texte. Das Publikum ist irritiert bis brüskiert, die Musiker würden dann doch lieber wieder Covers spielen, aber die beiden Manager setzen sich durch. 1965: Plattenvertrag mit der Polydor. Ein Anti-Vietnamkrieg-Song wird aufgenommen, Hamburgs Top Ten Club erobert. 1966 spielen die Monks in Köln ihr epochales Album Black Monk Time ein. Charles Wilp bemüht sich für seinen Afri-Cola-Werbefilm um sie.

Sie touren bis 1967, dann brechen sie gemeinsam mit ihrem hippen Management auseinander, gehen nach und nach in die USA zurück. Wo sie drei Jahrzehnte später, gestrauchelt, gestrandet, zu braven Bürgern geworden, von den Filmemachern Dietmar Post und Lucia Palacios ausfindig gemacht und erneut zusammengetrommelt werden. Der grandiose Film The Transatlantic Feedback entsteht ( www.playloud.org ; ich sah ihn auf dem Münchner Filmfest, ich will ihn auch als DVD haben), dazu eine Tribut-CD namens Silver Monk Time mit Huldigungen von Faust über The Fall bis zu Mouse on Mars. Am 23. Oktober spielen sie ein absolut exklusives Konzert in der Volksbühne Berlin.

Zu den bisher erschienen Folgen von Meinecke hört "

Mehr Musik unter zeit.de/musik "