ZEIT : Und was kann der Papst tun?

Meddeb : Bei seiner nächsten Rede sollte er etwas tiefer in die islamische Geistesgeschichte eintauchen und die Muslime nicht nur auf ihre Mängel ansprechen, sondern sie an den ganzen Glanz ihrer Traditionen erinnern.

Abdelwahab Meddeb ist einer der profiliertesten französischen Schriftsteller arabischer Herkunft. Er wurde 1946 in Tunis geboren und stammt aus einer traditionsreichen Familie von Theologen und Gelehrten. Er studierte Kunstgeschichte und Literaturwissenschaft und arbeitete zunächst in einem großen Pariser Verlag als Lektor. Von 1974 bis 1988 betreute er bei den Editions Sindbad eine eigene belletristische Reihe. Auf Deutsch erschienen seine Romane "Talismano" (1993) und "Aya" (1998); in seinem Buch "Die Krankheit des Islam" (2002; alle drei Verlag Wunderhorn, Heidelberg) gibt er eine exakte Analyse des zeitgenössischen Islam. Meddeb lebt in Paris.

Das Gespräch führte Michael Mönninger

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