Das Schlusswort war bereits geschrieben, obwohl im Prozess um die Ermordung des ehemaligen serbischen Ministerpräsidenten Zoran Djindji die wichtigsten Zeugen noch nicht gehört worden waren. Offensichtlich lag dem Vorsitzenden Richter an einem raschen Abschluss des Falls.

Wenig später reichte er seinen Urlaub und schließlich seinen Rücktritt ein. Die Verhandlung muss nun neu aufgerollt werden. Über die Gründe weiß man wenig nur dass der Bruder besagten Richters seit April im Gefängnis sitzt. Der Vorwurf: Zusammenarbeit mit jener kriminellen Organisation, die auch hinter dem Mord an Djindji stecken soll.

Serbien scheint von Rechtsstaatlichkeit noch weit entfernt zu sein.

Doch wenn das Land Anschluss an die EU sucht, dann wird es nicht genügen, den Exgeneral Ratko Mladi endlich auszuliefern. Ohne ein funktionierendes Gerichtswesen wird Serbien dies Ziel nicht erreichen.