Zu den mächtigsten Kunden der Wall Street gehören Pensionsfonds, die die Altersruhegelder vieler amerikanischer Arbeitnehmer verwalten. Allein das Flaggschiff Calpers, in dem der Staat Kalifornien die Rentenbeiträge für seine Bediensteten anlegt, verwaltet inzwischen 208 Milliarden Dollar. Doch nicht nur Bundesstaaten, Städte, Gemeinden und Gewerkschaften haben ihre eigenen Fonds. Auch viele große US-Unternehmen wie General Motors oder IBM haben milliardenschwere Rentenfonds für ihre Mitarbeiter aufgelegt.

Noch vor einigen Jahren bestand das Portfolio solcher Fonds überwiegend aus Anleihen und Staatspapieren mit langer Laufzeit. Doch angesichts historisch niedriger Zinsen und steigender Pensionsverpflichtungen suchen die Verwalter neuerdings vermehrt nach anderen Anlageformen, um höhere Renditen zu erwirtschaften.

Obwohl es Hedge-Fonds bereits seit mehreren Jahrzehnten gibt, sind sie erst in den vergangenen fünf Jahren zu den Stars der Wall Street geworden. Nach jüngsten Schätzungen gibt es mehr als 8000. Sie verwalten rund 1500 Milliarden Dollar. Was genau ein Hedge-Fonds ist, darüber ist sich allerdings auch die Finanzgemeinde nicht einig. Eines der wichtigsten Merkmale sollte die Absicherungsstrategie gegen Kursverluste an den Aktien- und Anleihenmärkten sein. Denn nur so können sie ihre ursprüngliche Funktion als Hedge, als Schutzhecke, erfüllen. Doch gerade diese Strategien halten die Manager so geheim wie Coca-Cola das Rezept seiner braunen Brause.

Es gibt Hedge-Fonds, die bei Unternehmen einsteigen, um dann über einen Sitz im Aufsichtsrat aktiv das Management umzukrempeln, den Verkauf einzelner Sparten oder auch die Ausschüttung einer höheren Dividende durchzusetzen. Andere handeln mit verschiedenen Wertpapieren und profitieren von Arbitragegewinnen, einige investieren in gebrauchte Lebensversicherungen oder kaufen mit erheblichen Abschlägen notleidende Kredite angeschlagener Unternehmen. Die Grenzen zu Beteiligungsgesellschaften Private Equity oder Venture-Capital-Geber, die Start-up-Unternehmen anschieben, sind dabei inzwischen oft fließend.

Eines allerdings gilt als sicher: Hedge-Fonds gehören zu den teuersten Anlageformen. Die Manager oft sind es ehemalige Händler von Banken und Wertpapierhäusern, die sich selbstständig gemacht haben verlangen nicht nur eine jährliche Verwaltungsgebühr von rund zwei Prozent des angelegten Geldvolumens, sondern zusätzlich auch noch 20 bis 30 Prozent des erzielten Gewinns. Doch mittlerweile wachsen bei vielen Anlegern die Zweifel, ob die Manager das viele Geld, das sie verlangen, auch wirklich wert sind. Statt zweistelliger Renditen, mit denen die Hedge-Fonds jahrelang um neues Geld warben, haben sie im vergangenen Jahr im Durchschnitt lediglich 9,3 Prozent Wertzuwachs erzielt. Das war kaum besser als das, was Anleger mit Aktien des amerikanischen Aktienindex S&amp -P 500 verdienen konnten. Der hat im gleichen Zeitraum nämlich 7,7 Prozent zugelegt.