DIEZEIT: Herr Premji, viele Deutsche glauben, Leute wie Sie nehmen ihnen die Jobs weg.

Azim H. Premji: Das ist eine übertriebene Darstellung. Mich interessiert, ob wir unsere Kunden produktiver machen. Dann sind sie erfolgreicher, wachsen schneller und schaffen auch mehr Jobs.

ZEIT: Fragt sich nur, wo

Premji: das ist der eine Teil der Realität. Der andere lautet: Wenn der Westen mit Indien, China und anderen über mehr Liberalisierung verhandelt, muss er auch akzeptieren, dass diese Liberalisierung in beide Richtungen geht. Wenn Sie mehr Zugang zu unseren Märkten wollen, brauchen wir mehr Zugang auf den Gebieten, auf denen wir wettbewerbsfähig sind. Volkswirtschaften wie Indien und China wachsen mit sieben und mehr Prozent im Jahr, und die multinationalen Unternehmen steigern ihr Geschäft dort jährlich um zehn bis fünfzehn Prozent.

ZEIT: Was bringt das den Arbeitern im Westen?

Premji: Ökonomische Studien zeigen, dass die Verlagerung unter dem Strich keine Jobs abzieht, sondern zusätzliche schafft. Sogar in den USA: Das globale Outsourcing von IT-Diensten hat zu mehr Arbeitsplätzen in Amerika geführt.

ZEIT: Können Sie uns Beispiele nennen für Ihre Arbeit mit deutschen Kunden.