Der wichtigste Aspekt fehlt in Ihrem Artikel: die neue Bezahlung von Professoren, die die deutsche Universitätslandschaft gründlich verändern wird. Seit kurzem wird im Uni-Bereich nur noch nach W2 beziehungsweise W3 berufen, die ehemalige C3- beziehungsweise C4-Uni-Vergütung und C2-FH-Vergütung ist abgeschafft. W-Besoldung bedeutet Festgehalt ohne Altersaufstieg. Dazu kommen leistungsabhängige Zulagen, die erst nach längerer Dauer pensionswirksam werden und auf die angesichts leerer Kassen hier nicht weiter eingegangen werden soll.

Mit zwölf Monatsgehältern ohne Zulagen bedeutet W2 rund 47000 Euro und W3 rund 57000 Euro pro Jahr. W2, das gemäß Ausschreibungen in der ZEIT inzwischen sehr oft für Universitätsprofessuren angeboten wird, entspricht der Gehaltsendstufe eines nicht beförderten Gymnasiallehrers, also A13. Es ist daher verständlich, dass selbst ehemalige C2-FH-Professoren in der Regel keineswegs in die offiziell so ausgelobte W2-Besoldung wechseln mögen. Die Pensionsleistungen (ohne Zulagen) haben sich nämlich mit W um grob 30 Prozent gegenüber dem früheren C verringert.

Das von Herrn Teichler zitierte mittlere Jahresgehalt von 80000 Euro für deutsche Professoren ist, falls diese Zahl zutrifft, Vergangenheit. Dem Verfasser sind bereits erhebliche Schwierigkeiten deutscher Vorzeige-Großforschungseinrichtungen bekannt, mit den neuen W-Gehältern gute Leute einzukaufen. Exzellente Forscher, die ihre Kinder deutschsprachig aufwachsen sehen wollen, geben sich nicht mit W2- oder W3-Almosen zufrieden, sondern gehen heute nach Österreich, besser noch in die Schweiz, anderenfalls bleiben sie sachgerecht in den USA.

Prof. Horst-Joachim Lüdecke, Heidelberg