Ja, unsere bayerischen Nachbarn befriedigen ihre Sehnsucht nach einem Übervater und zelebrieren euphorisch einen infantilen Schönwetterkatholizismus. Da fährt ihr Landsmann, in eine gläserne Kuppel gehüllt, über die bayerischen Väterwiesen und Väterfelder. Der Himmel ist blau, die Sonne scheint, die Brezeln schmecken, wie in Kindertagen, doppelt so gut. Vergessen sind Priestermangel, die Reduzierung der Laienmitarbeit auf den mittelalterlichen Status von Untertanen und die Ausgrenzung der Weiberleut.

Es lebe die Verdonnerung von Säkularisierung, die Stigmatisierung der Oberflächlichen, die Warnung vor der Diktatur des Relativismus und Subjektivismus, die Verurteilung des Wertepluralismus. Es gibt eine absolute, göttliche, nicht dem Zufall unterworfene, nicht andiskutierbare Ordnung: die unverrückbaren Hierarchiesäulen der römisch-katholischen Kirche, den Katechismus, die Dogmen, die Tradition und bei jeder Mariensäule, bei jeder Gnadenkapelle der Hinweis auf das demütigste Vorbild unter allen Vorbildern, auf die jungfräuliche Mutter Maria.

Ob der Pyramidenstatiker aus Markl am Inn der Welten Jahrmillionenfluss herumreißen, unsere Fragen stillen wird können nach dem Woher und Wohin, nach dem Warum von Tsunami und Erdbeben, Hungersnot und Unrecht, Gewalt und Weltkriegen, Kindersterben und Flüchtlingselend, die Frage nach dem Warum von Krebskrankheit, Bush, Irak, Libanon und Israel, die Frage nach der zerrissenen Menschheit?

Fritz Baumgartner St. Georgen/Gusen, Österreich