Die Zahlen beweisen, dass wieder einmal ein großer Treck von Süd nach Nord im Gange ist. In den vergangenen fünf Jahren sind vermutlich mehr als zwei Millionen Menschen illegal aus Afrika nach Spanien eingewandert. Allein von Januar bis Ende August sind 19.035 clandestinos , illegale Immigranten aus Afrika, auf den Kanarischen Inseln gelandet. Im gleichen Zeitraum des Vorjahrs hatten Fischerboote, die sie hier pateras oder cayucos nennen, 2329 Afrikaner auf den Urlaubsinseln abgesetzt, also nur knapp ein Achtel so viel.

Im vergangenen Jahr glaubten die spanischen Behörden schon, sie hätten das Problem einigermaßen im Griff. Die Straße von Gibraltar wurde nur noch äußerst selten von Schleppern aus Afrika überquert. Die spanischen Enklaven in Marokko, Ceuta und Melilla, waren noch fester abgeschottet worden. Und auch auf den Kanaren war es so ruhig geblieben wie schon lange nicht.

Aber jetzt herrscht wieder Panik. In den Lagern auf den sonst nur von Touristen überlaufenen Inseln herrscht drangvolle Enge. Sie sind so überfüllt, dass viele Afrikaner im Freien schlafen müssen. Es stinkt regelrecht zum Himmel, die sanitären Einrichtungen reichen bei weitem nicht.