Zur Belohnung gab es Legosteine, Puppen oder ein Taschengeld: Rund 18.000 Kinder und Jugendliche im Alter von 0 bis 17 Jahren in 167 Städten und Gemeinden wurden von Mai 2003 bis Mai 2006 von vier Teams des Robert Koch-Instituts befragt, untersucht und getestet. Die Studie soll erstmals bundesweit Daten über die Gesundheit der jungen Menschen erfassen. Am vergangenen Montag präsentierte Studienleiterin Bärbel-Maria Kurth mit ihren Kollegen die ersten Ergebnisse.

DIE ZEIT: Wie geht es der deutschen Jugend?

Bärbel-Maria Kurth: Gut. Die meisten Kinder sind gesund, treiben Sport und haben kein Übergewicht. Die Lebenserwartung steigt, die Sterblichkeit sinkt, und Infektionskrankheiten werden immer effektiver bekämpft.

ZEIT: Das klingt aber in vielen Berichten ganz anders. Da heißt es häufig, Kinder seien heute dick, faul und unbeweglich.

Kurth: Natürlich müssen wir genau untersuchen, wo es noch hapert. Aber die meisten deutschen Kinder sind wohlauf. Unsere Studie ergab zum Beispiel, dass Teenager durchschnittlich sechs Stunden in der Woche körperlich aktiv sind. Behauptungen, dass in Deutschland eine kranke Population heranwachse, verzerren das Bild von der heutigen Jugend.

ZEIT: Sie haben sich auch den Alltag der Kinder angesehen. Warum?

Kurth: Wir wollten ein genaues Bild davon bekommen, wie junge Menschen heute leben. Wir wollten wissen, wie ein Kind sich mit Freunden und Eltern versteht, wie oft es zum Arzt geht, ob es geimpft ist. Und wir haben Blut- und Urinproben analysiert. Aus den Informationen ergibt sich jetzt ein Mosaik der Befindlichkeit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland. Ganz im Mittelpunkt der Studie stand jedoch die Frage, wie wir Kinder künftig vor Risiken wie Rauchen und Alkohol, aber auch vor zu wenig Bewegung und falscher Ernährung bewahren können.