Dass Porsche im ureigenen Geschäft mit Sportwagen sehr profitabel arbeitet, ist unbestritten. Doch als der Autohersteller vor fast genau einem Jahr bei VW einstieg und sich in mehreren Tranchen mit gut 21 Prozent zum größten Aktionär aufschwang, kamen Zweifel ob der Rentabilität des Milliardeninvestments auf. Jetzt heißt es triumphierend aus Zuffenhausen, das Paket sei heute schon eine Milliarde Euro mehr wert. Zumindest auf dem Papier. Und bald wird der Sportwagenhersteller seine VW-Anteile gar auf 25,1 Prozent erhöht haben. Insgesamt dürfte das Engagement dann etwa 3,5 Milliarden Euro gekostet haben.

Porsche-Chef Wendelin Wiedeking und sein Finanzchef nehmen laut eigenem Bekunden ihre Aufsichtsratsmandate in Wolfsburg sehr aktiv wahr. Bei zwei aktuellen Vorgängen müssen sie nun aber auf ein glückliches Händchen von VW-Chef Bernd Pischetsrieder hoffen. Das eine sind die laufenden Tarifverhandlungen in Wolfsburg, wo es um weit mehr als die 35-Stunden-Woche geht - das andere ist der Umgang mit dem Paket an Scania-Aktien, auf das der Lkw-Hersteller MAN scharf ist. Beides könnte, je nach Ausgang, kräftige Kursausschläge der VW-Aktie mit sich bringen: nach oben oder unten.