Überraschend fand sich Infineons Exvorstandschef Ulrich Schumacher am Dienstag bei der Staatsanwaltschaft München ein, um zu den Korruptionsvorwürfen auszusagen, die den Halbleiterhersteller seit Monaten in Atem halten. Anlass waren Aussagen des Motorsportvermarkters Udo Schneider, der Schumacher am Tag zuvor vor dem Münchner Landgericht schwer belastet hatte: Ja, er habe Schumacher Schmiergeld gezahlt, mehrere hunderttausend Euro, mit denen der Manager seiner Begeisterung für Autorennen gefrönt habe. Er, Schneider, habe sich so Aufträge von Infineon sichern wollen. Noch am Montag wurde Schneider verurteilt: vier Jahre Haft.

Bisher lag der Fokus der Ermittler vor allem auf Andreas von Zitzewitz, der Mitte 2005 als Vorstand bei Infineon zurückgetreten war und eingeräumt hat, von Schneider Geld angenommen zu haben. Schumacher hatte zuletzt mehrfach erklärt, er habe von Schneider keinen Cent genommen. Nach seiner Vernehmung am Dienstag ließ Schumachers Sprecher verlauten, er habe alle Fragen beantwortet und sämtliche Vorwürfe bestritten.