In der ZEIT von vor drei Wochen versuchte Matthias Stolz den Umstand zu erklären, dass kaum noch Ansichtskarten verschickt werden – der Sommer 2006 habe ihm gerade mal eine einzige Karte gebracht. Zwei Leserinnen fühlten sich angespornt, eine Postkarte (Bad Langensalza bei einsetzender Dunkelheit) an die Redaktion zu senden, abgeschickt in Eisenach, die Postkartensprache perfekt imitierend: »Das Wetter ist fabelhaft, wir erholen uns prächtig. Morgen schauen wir uns die Wartburg an.« Dann aber durchbrachen die Schreiberinnen ihren Stil: »Na, genug Postkartenromantik?« Ehrlich gesagt: nein. Von so netten Leserzuschriften kann die Redaktion – als Ersatz für die heimische Ansichtskartenflaute – keinesfalls genug kriegen. BILD