Gerald Uhlig, 52, Künstler und Besitzer des Café Einstein, Unter den Linden, Berlin, wurde eine Niere seiner Ehefrau transplantiert. Nun engagiert er sich für Organspenden.

DIE ZEIT: Sie haben vor Ihrem Restaurant Kunststoffnieren an einen Baum montiert, ein Kunstwerk. Wie kam es dazu?

Gerald Uhlig: Ich möchte darauf aufmerksam machen, dass es zu wenige Spenderorgane gibt. Ich litt unter Nierenversagen, wäre fast Dialyse-Patient geworden. Ich hatte Glück, dass mir meine Frau ihre Niere spenden konnte, dass die Blutgruppe kompatibel war.

ZEIT: Wie lange leben Sie bereits mit der Niere Ihrer Frau?

Uhlig: Seit einem halben Jahr. Wir wurden zeitgleich operiert. Als ich aufwachte, blickte ich sofort hinüber zum anderen Bett und sah, dass sie lebte.

ZEIT: Sie beklagen politische Defizite.

Uhlig: Ja, in Deutschland braucht man einen Organspendeausweis, in anderen Ländern spendet man obligatorisch, außer man schließt es explizit aus. Das ist eine sinnvollere Regelung.