Im Ballastwasser von Schiffen kam die Plage vor 100 Jahren zu uns. Nur die Gewässerverschmutzung bremste den Vormarsch der Chinesischen Wollhandkrabbe. Der Allesfresser ärgert Fischer, stiebitzt den Fang und zerschneidet Netze. Endlich ist ein natürlicher Feind in Sicht: Der Gourmet. " Eriocheir sinensis" galt nur in Asiens Küche als Delikatesse und wurde hier zu Viehfutter, Dünger und Biogas verarbeitet. Seit 2005 aber gehen die Krabben aus Elbe und Löcknitz an Händler, drei Tonnen jährlich. Kleine Exemplare werden roh durch den Fleischwolf gedreht und als Suppengrundlage eingefroren. Die großen Köstlichkeiten, in Öl oder Wasser gekocht, können wie Hummer ausgepult werden. Sie erfreuen bald auch mehr Chinesen: Hiesige Krabben wachsen als Rücksiedler in gesäuberten Gewässern.