Gern hat Johann Gottfried Seume (1763 bis 1810) Auskunft über sich gegeben, in seinem berühmten Spaziergang nach Syrakus, in seinem Sommer 1805, seiner Autobiografie allesamt klassische Texte der deutschen Literatur. Insofern hatte es Eberhard Zänker leicht, sich an die Arbeit zu machen. Doch es geht dem Biografen nicht nur um Seumes Lebenslauf, sondern auch um die intellektuellen Entwicklungslinien des Ruhelosen. Hinter dem soldatischen Abenteurer in Europa (und Amerika), hinter dem Literaten zeigt Zänker uns den Gesellschaftsanalytiker und den scharfen Menschenbeobachter, zeigt er uns nicht zuletzt den Republikaner, den politischen Kopf Seume einen der hellsten seiner hellen Epoche.

Eberhard Zänker: Johann Gottfried Seume

Biographie - Faber &amp - Faber Verlag, Leipzig - 407 S., 24,

Zu ihrem 200. Todestag am 26. Juli war viel zu lesen über Karoline von Günderrode, die rätselhafte Liebesträumerin, die sich, nur 26-jährig, am Rheinufer in Winkel erdolchte. Längst gibt es eine exzellente Ausgabe ihres bleich glühenden, wetterleuchtenden Werks, eine dicke Biografie ist gerade auch erschienen nur eine knappe, einführende Monografie zu ihrem Leben und Dichten, die fehlte. Hier ist sie, geschrieben von der Bibliothekarin des Frankfurter Goethe-Museums: angenehm zu lesen, exzellent gestaltet, kurz, ein lehrreiches Vergnügen.

Doris Hopp: Karoline von Günderrode

Erhältlich nur über die Bibliothek des Goethe-Museums, Großer Hirschgraben 23/25 - 60311 Frankfurt a. M. (E-Mail: dhopp@goethehaus-frankfurt.de) - 69 S., Abb., 12,

Nicht alles so ganz jugendfrei, was er gedichtet hat. Anderes dann wieder fromm genug, als Kantatentext dem Meister Bach zu dienen. Der aus Thüringen stammende, einige Zeit in Hamburg ansässige Poet, Journalist, Übersetzer und Librettist Christian Friedrich Hunold alias Menantes (1680 bis 1721) gehört zu den faszinierenden Grenzgängern zwischen Barock und Aufklärung. In diesem ergötzlichen Büchlein, halb Biografie, halb Anthologie, herausgegeben von der Menantes-Gedenkstätte in Wandersleben (ZEIT Nr. 16/06), ist der gottgefällige Frivolist neu zu entdecken.