ZEIT-Leser werden sich erinnern: Weil er angeblich drei Kontoauszüge und einen Bogen Briefpapier in einer widerrechtlich abgestellten Metalltonne entsorgt hatte, sollte der Hamburger Redakteur T. 35 Euro Bußgeld bezahlen. In zwei Schreiben ("Eilt! Terminsache!") hatte ihm das Bezirksamt Hamburg-Nord mitgeteilt, dass er mit dieser Tat gegen das Hamburger Wegegesetz, das Ordnungswidrigkeitsgesetz und das Gesetz zur Förderung der Kreislaufwirtschaft und Sicherung der umweltverträglichen Beseitigung von Abfällen verstoßen habe. T.

allerdings weigerte sich zu zahlen, weil er es sich so seine Einlassung beim besten Willen nicht erklären könne, wie die vier Blätter Papier in den dafür nicht vorgesehenen Ort gelangt seien. Die ZEIT berichtete (Nr. 37/06).

In einem vergleichsweise kurzen Schreiben teilte der Sachbearbeiter des Bezirksamts, Wallmeier (Name geändert), T. nun mit, dass er das "eingeleitete Bußgeldverfahren nach Paragraph 47 Absatz 1 des Gesetzes über Ordnungswidrigkeiten vom 24. Mai 1968 eingestellt" habe. Man könne ihm seine Tat eben nicht nachweisen, klärte Wallmeiers Chefin Knuth-Hansen (Name geändert) T. in einem Telefonat über die Beweggründe des Amtes auf.

T. freut sich über die Entscheidung. Es bleibt allerdings die Frage, was die Angelegenheit den Steuerzahler gekostet hat schließlich waren nicht nur Wallmeier und Knuth-Hansen mit der vermeintlichen Tat befasst, sondern auch die Mitarbeiter des Bezirklichen Ordnungsdienstes Hamburg-Nord, Kluppke, Erzübel und Wittkoweit (Namen geändert), die Fotos von der Tonne und den Papieren angefertigt hatten. Auch wurde eine fingerdicke Akte angelegt, die über mehrere Amtstische wanderte. Die Suche nach eine Antwort auf diese Frage ist der Beginn einer neuen Reise in die unendlichen Weiten deutscher Bürokratie.