Fußballfans sind Mannschaftssymbole heilig. Sie sind das Einzige, was bleibt. Stadiennamen sind käuflich, Spieler und Trainer sind nur noch Durchreisende. Das Logo des Hauptstadtklubs Hertha BSC ziert eine blau-weiße Fahne. Das gibt dem Club etwas Gemütliches, sie erinnert an Weiße Flotte und Kaffeefahrt auf der Spree. Und das schon seit 1892.

Gar nicht gemütlich reagierten die Fans, als zu Saisonbeginn die Fahne von den Heimtrikots verschwand. Stattdessen prangt nun über dem Herzen der Spieler ein goldener Adler auf blauem Grund. " Hertha-Fahne sonst nix", wüteten da die Fans im Stadion.

Was sollte die verunglückte Markenrevolution bezwecken? " Wir wollen an die erfolgreiche Zeit 1930/31 erinnern", sagt Klubsprecher Hans-Georg Felder. Zwei Mal wurde Hertha Meister damals spielte man mit Adler.

Kommende Saison sollen die Zuschauer nun selbst zu Designern werden.

"Wir denken darüber nach, ein Ausweichtrikot nach ihren Entwürfen zu gestalten", sagt Fanbeauftragter Donato Melillo. Der Adler fliegt nur eine Saison. Denn: "Ohne Fahne geht es nicht."