Den Ratschlägen fehlt der Hinweis, dass es nicht ganz unwichtig ist, überhaupt zur Wahl zu gehen. Rechnet man das prozentuale Ergebnis der Berliner Parteien auf alle Wahlberechtigten um, ist es erschreckend, dass die so genannten Volksparteien in der "Wählergunst" sämtlich unter 20 Prozent liegen. Die FDP würde mit etwas mehr als 4 Prozent überhaupt nicht ins Parlament einziehen. Der Block der Nichtwähler könnte mit komfortabler Mehrheit die Regierung bilden. Fast identisch ist die Situation in Mecklenburg-Vorpommern.

In diesem Licht habe ich immer weniger Verständnis dafür, wie Politiker jeder Couleur nach der Wahl sich selber, ihre Programme und ihren Wahlkampf in den höchsten Tönen loben, ohne dabei vor Scham im Boden zu versinken.

Dr. C. K. Bastanier, Frankfurt/Main