In Gaza schießt man neuerdings nicht auf Israelis, sondern auf Palästinenser. Fatah und Hamas bekämpfen sich. Von der Regierung der Nationalen Einheit, die Palästinenserpräsident Mahmud Abbas vor drei Wochen angekündigt hat, ist nichts zu sehen. Kein gemeinsames Programm der oppositionellen Fatah-Partei von Abbas mit der islamistischen Hamas-Bewegung, die den Regierungschef stellt. Keine frohe Botschaft für die Europäer, die darauf sehnsuchtsvoll warten. Den Strich durch die Rechnung machte Chaled Meschal, der Exilführer von Hamas in Damaskus. Er distanzierte sich von dem neuen Kurs, der eine Anerkennung Israels einschließen würde. Sanktionen gegen Gaza bekümmern Meschal nicht weiter, der Mann sitzt in Syrien.

In Gaza, wo die Angestellten der Autonomiebehörde seit dem Wahlsieg von Hamas im Januar keine vollen Gehälter mehr bekommen, denkt man da anders. Was mit Streiks begann, waren zum Wochenbeginn Scharmützel mit mehr als acht Toten. Sicherheitskräfte des Präsidenten griffen die Miliz einer Regierung an, die nur noch auf dem Papier funktioniert. Manche Hamas-Mitglieder unterstellen Abbas nun, dass er Neuwahlen sucht und Hamas entmachten will.

Doch die Fatah ist gespalten zwischen jenen, die weiterhin an einen Kompromiss mit Hamas glauben, und jenen, die meinen, Islamisten verstünden nur die Sprache der Kanoniere. Die der Fatah nahestehenden Al-Aqsa-Brigaden haben dem Strippenzieher Meschal in Damaskus bereits gedroht, ihn zu liquidieren. Die nationale Einheit weicht dem nationalen Kleinkrieg.

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