Eritrea ist eines der ärmsten Länder der Welt. Ein Drittel der Frauen erziehen ihre Kinder allein, weil ihre Männer im Krieg blieben. In den Dürregebieten müssen diese ausgemergelten Mütter oft stundenlang bis zur Wasserquelle laufen. Die Tage sind ausgefüllt mit dem Kampf ums Überleben. " Haben Sie denn keine Esel?", fragte Stefanie Christmann, als sie 1994 in Eritrea für eine wissenschaftliche Studie recherchierte. Die Esel sind wir selbst, sagten die Frauen. Da begann Christmann mit Freunden Geld zu sammeln. Rund 100 Euro kostet so ein Lasttier. Es schleppt die vierfache Wassermenge, sodass die Frauen einen Teil verkaufen können. Und dann mit dem Geld das Haus ausbessern, Vieh kaufen, einen kleinen Laden aufbauen, ihren Kindern Bildung ermöglichen. 5500 Tiere hat Christmann beschafft, oft mit Hilfe von Schulklassen. Dafür erhält sie diese Woche das Bundesverdienstkreuz.