DIE ZEIT: Herr Troge, verspüren Sie insgeheim Freude über die hohen Strompreise?

Andreas Troge: Nein, weder als Umweltschützer noch als Ökonom. Als Umweltschützer deshalb nicht, weil steigende Preise allein keinen ausgewogenen Umweltschutz garantieren – rein negative Anreize erzeugen unnötige Widerstände. Als Ökonom ärgere ich mich deshalb, weil ausgerechnet jene, die noch vor kurzem gegen die kaum merkliche Stromsteuer wetterten, nun ungeniert die Preise steigen lassen: die Stromerzeuger, die mittlerweile über zu viel Marktmacht verfügen.

ZEIT: Sollten deshalb am Montag beim zweiten Energiegipfel die Strompreise im Zentrum stehen?

Troge: Über die Strompreise muss man auf dem Gipfel reden – aber nicht nur.

ZEIT: Vermutlich schon deshalb nicht, weil RWE mit seinem Antrag, die Laufzeit des Kernkraftwerks Biblis A zu verlängern, für Gesprächsstoff sorgt.