Ihre Aussage zur Nichteinmischung war in Ihrer Regierungszeit der Nationalstaaten bedingt richtig, muss aber heute unter rechtsstaatlichen Gesichtspunkten gesehen werden. Massive Menschenrechtsverletzungen, wie sie in China geschehen, erfordern Einmischung, nicht weil das "die gegenwärtige Ideologie ist", sondern weil menschliches Leid kein Wegsehen oder Aufschub duldet, unabhängig davon, ob das Demokratieverständnis dort ein anderes ist als bei uns.

Frau Merkel macht es richtig: Im Gespräch bleiben, aber bei konsequenter Haltung, was dieses vorrangige Thema betrifft. In diesem Sinne ist Einmischung in meinen Augen NICHT von Übel, sondern geradezu geboten.

Teresa Scholl, Gundelfingen