"Kein Weg zurück in die Gemütlichkeit"? Ich (70) kann dazu nur sagen: Hoffentlich! Jedem Ihrer Worte stimme ich zu.

Meine Erfahrung in der Oper: letzte Woche in Hamburg eine konservative Inszenierung von Figaros Hochzeit. Um mich herum viele junge Leute.

Nach dem ersten Akt haben sie das Opernhaus verlassen. Ich selbst kämpfte bis zum Schluss mit dem Schlaf.

Positive Erfahrungen: mit Ruth Berghaus Tristan und Isolde. Ich dachte: So muss Oper heute gebracht werden. Berghaus hat bewiesen: Präzises Denken revolutioniert das Fühlen! Das zeigt auch Konvitschnys Lohengrin. Diese Aufführung habe ich mir wieder und wieder angesehen.

Gefühle und keine Langeweile. Die Ära Metzmacher/Konvitschny hat mir endlich die Welt der Oper erschlossen.

Ähnlich im Theater, Jahre zuvor. Den Abschied von der konservativen Langeweile ("Werktreue") habe ich hier erlebt mit Zadek (Othello), Peymann (Torquato Tasso) und vielen anderen Aufführungen und Regisseuren.

Ich hoffe, dass ich nicht ganz allein mit meiner Meinung bin.