Keiner fehlt bei Margarethe von Trottas Ringelpiez der Prominenten. Der Ex-DDR- und Starschauspieler Armin Mueller-Stahl und Karin Dor, das Gesicht des Nachkriegsfilms, sind dabei, Barbara Auer, Katja Riemann und August Diehl. Ich bin die andere besteht aus einem Ensemble, das fürs deutsche Kino der letzten Jahrzehnte sprechen soll, aber am Ende doch nur etwas unfreiwillig Groteskes hat. Das Universum, das diese Darsteller bevölkern, entstammt dem gleichnamigen Roman des Fassbinder-Autors Peter Märthesheimer. Im Zentrum steht eine Frau (Riemann), die am Tag als kühle Anwältin Dr. Carolin Winter im schneeweißen Kostüm Verträge aushandelt und in der Nacht zur abgebrühten Hure Charlotta in roter Reizwäsche mutiert. Ein junger Architekt (Diehl) verfällt dem gespaltenen Geschöpf. Aus den dreien kann natürlich nichts werden. Winters Vater, ein egomanischer Winzer, steht dazwischen, flankiert von einer alkoholisierten Gattin und einer Hausdame, die mit ihrem Dominablick wohl an den Hausdrachen aus Hitchcocks Rebecca erinnern soll. Vergeblich sucht man in dieser groß gestikulierenden Schnulze nach Subversion oder Zynismus, nach Indizien, die ein gebrochenes Verhältnis der Regie zum Stoff anzeigen und Distanz herstellen könnten. Aber davon findet sich nichts. Gar nichts außer heiligem Ernst und einer Katja Riemann, die mit glasigem Blick und Piepsstimme die Selbstauflösung probt.