Es ist vollbracht. Die schrillen Töne aus Wolfsburg sind verstummt. Das Management von Volkswagen und die IG Metall haben sich prinzipiell ("Eckpunkte") auf einen neuen Tarif für die westdeutschen VW-Werke geeinigt. Bei Bedarf wird in Wolfsburg, Emden, Hannover, Braunschweig, Salzgitter oder Kassel künftig mehr gearbeitet – ohne vollen Lohnausgleich. Damit können VW-Markenchef Wolfgang Bernhard und Personalvorstand Horst Neumann geringere Arbeitskosten in ihre Kalkulation einstellen. Im Gegenzug wurden den einzelnen Werken konkrete Arbeitsumfänge wie der Bau bestimmter Komponenten oder neuer Modelle zugesagt. Ein typischer Modellzyklus in der Branche läuft über sieben Jahre, so lange bestehen gute Chancen auf einen sicheren Arbeitsplatz. IG-Metall-Verhandlungsführer Hartmut Meine und der Gesamtbetriebsratsvorsitzende Bernd Osterloh können damit guten Gewissens vor die VW-Werker treten.

Kein Zweifel, beide Seiten haben gewonnen – und der Standort Deutschland obendrein. Auch der Einfluss des neuen Großaktionärs Porsche, dessen Chef Wendelin Wiedeking seine Priorität für die Auslastung der deutschen Werke eindeutig kommunizierte, dürfte geholfen haben. Durch die Vergabe eines Großauftrags für das VW-Werk in Hannover unterstützte er die jetzt gefundene Lösung. Gleichzeitig hatte auch Wiedeking keinen Zweifel daran gelassen, dass die Belegschaft ihren Teil dazu beitragen müsse. Das hat sie jetzt getan.

Die Stundenlöhne bei Volkswagen werden sich künftig auf dem Niveau des Metall-Flächentarifs einpendeln. Die Arbeiter am Golf-Band in Wolfsburg werden für vergleichbare Arbeit nicht mehr besser bezahlt als ihre Kollegen bei der Auto-5000-Produktion (Touran) nebenan oder bei Audi in Ingolstadt und Neckarsulm.