Sie waren der Stolz der Stadt. Architektonische Meisterleistungen, die Wohlstand, technischen Fortschritt und Weltläufigkeit symbolisierten.

Unter ihren prächtigen Dächern pulsierte das Leben, herrschten Aufbruchstimmung und Entdeckergeist, verbunden mit dem Flair exklusiven Reisens bis die Flughäfen diese Rolle übernahmen. Zurück in die Blütezeit führt die Ausstellung Großer Bahnhof Wien und die weite Welt (unser Bild zeigt eine Aufnahme der Kassenhalle Westbahnhof um 1960). Längst sind alle sechs gründerzeitlichen Monumentalbauten, die seit dem späten 19. Jahrhundert das Zentrum umschlossen, abgerissen. Als letzter fiel in den frühen Sechzigern der pompöse, ritterburgartige Nordbahnhof. Die Schau berichtet über diese Tore nach Mitteleuropa, das man in alle Himmelsrichtungen schnell und komfortabel erreichen konnte. Sie rückt zudem die Menschen ins Blickfeld, die den wuchtigen Kathedralen erst Leben einhauchten: Fernreisende und Sommerfrischler, Einwanderer und Emigranten, kleine Leute und große Stars.

Bis 25. Februar 2007. Geöffnet DiSo 918 Uhr, Eintritt 6 Euro, Katalog 37 Euro. Wien Museum, Karlsplatz, Tel. 0043-1/50587470, www.wienmuseum.at