Er war dabei, als Napoleon vor zweihundert Jahren, am 14. Oktober 1806 den Preußen bei Jena und Auerstedt eine vernichtende Niederlage beibrachte: Johann Christoph Pickert, geboren 1787 in Neuhaldensleben.

Als Angehöriger eines preußischen Regiments erlebte der gelernte Handschuhmacher die Schrecken des Krieges und die Entbehrungen in französischer Kriegsgefangenschaft. Seine Erinnerungen schrieb er im "Landarmen- und Invalidenhaus" zu Brandenburg an der Havel, wo er 1845 starb. Das einzigartige Zeugnis, kürzlich in einem Antiquariat entdeckt, ist nun in einer schön gestalteten und sorgfältig kommentierten Ausgabe zu lesen.

Die Lebensgeschichte des Johann Christoph Pickert

Mit einem Nachwort herausgegeben von Gotthardt Frühsorge und Christoph Schreckenberg - Wallstein Verlag, Göttingen 2006 - 172 S., 19,

Diese Edition der Briefe einer Bremer Arbeiterfamilie aus dem Ersten Weltkrieg erschien zuerst 1982, und sie erweiterte unsere Kenntnisse über jene kleine oppositionelle Minderheit in der Sozialdemokratie, die sich mutig gegen den Wahnsinn des Massenabschlachtens zur Wehr gesetzt hatte. Mit der Neuausgabe erfüllen Karl Heinz Roth, Rolf Becker und Jörg Wollenberg nun ein Vermächtnis der Historikerin Doris Kachulle, die im Juni 2005 an einem Krebsleiden starb und ihr geplantes Buch über Waldemar Papst, einen der Organisatoren des Mordes an Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht im Januar 1919, leider nicht mehr vollenden konnte.

Doris Kachulle (Hg.): Die Pöhlands im Krieg

Briefe einer sozialdemokratischen Bremer Arbeiterfamilie aus dem Ersten Weltkrieg - Papy Rossa, Köln 2006 - 314 S., 17,90