War es eine Intrige, oder ist es "nur" ein Drama? Philipp Welte verlässt den Medienkonzern Burda zum Ende dieses Jahres. Sein Vertrag läuft aus, und über eine Verlängerung konnte er sich mit seinem direkten Vorgesetzten, dem Vorstand Jürgen Todenhöfer, offenbar nicht einigen. Worum es dabei im Detail gegangen ist, bleibt unbekannt. Ein Brief von Welte, der sich als Kündigung interpretieren ließ, ist in jedem Fall der Auslöser gewesen.

Unausgesprochen schwingt in dieser Personalentscheidung aber etwas anderes, Größeres mit: Es ist die Frage der Nachfolge in Deutschlands drittgrößtem Medienkonzern. Wer sind die Manager, die in einigen Jahren dort das Sagen haben werden? Helmut Markwort, der erste Journalist des Hauses, ist bereits 68 Jahre alt, und Jürgen Todenhöfer, der wichtigste Manager, ist 65. In so einer Situation ist es heikel, eine neue Verantwortung zu suchen und sie umgekehrt zu gewähren. So wurde der Aufbruch zum Ausbruch und Abbruch.

Dass Welte zunächst einmal aus dem Konzern ausscheidet, ist in jedem Fall ein harter Verlust für Burda. Seit der Manager vor acht Jahren antrat, hat sich der Umsatz der von ihm geleiteten Burda People Group mit den Zeitschriften Bunte, InStyle und Amica mehr als verdoppelt.

Dabei legten in der Medienkrise der vergangenen fünf Jahre vor allem die Anzeigenerlöse zu. Das operative Ergebnis soll in diesem Jahr weit über 20 Millionen Euro liegen, heißt es aus dem Unternehmen. Damit würde Weltes bisheriger Bereich wieder zu den profitabelsten im Konzern gehören.

Allerdings wird Welte noch den Bambi ausrichten wie geplant. Und es ist zumindest im Gespräch, dass er den Fernsehpreis weiterhin organisiert.