Zehn Bundesländer haben schon zentrale Abiturprüfungen, und bis auf Rheinland-Pfalz wollen es alle anderen einführen. In Berlin, Bremen, Hessen und NRW machen Schüler 2007 erstmals Zentralabi. Rory Michele, 18, aus Berlin ist dabei

Das Zentralabi kommt, und Sie machen den Anfang. Wie finden Sie das?

Für uns ist es nicht wirklich eine Änderung, denn wir kennen das alte Abitur nicht. Ich denke, es wird nicht so schwer werden für den ersten Jahrgang; die Senatsverwaltung wird erst einmal testen und ist sich bewusst, wie groß die Differenzen zwischen den Schulen sind. Natürlich ist die Ungewissheit über das, was drankommt, größer.

Werden Sie mehr lernen müssen?

Es wird eher darauf ankommen, zu wissen, wie man sein Wissen anwenden und Zusammenhänge herstellen kann. Reines Auswendiglernen führt da nicht mehr zum Ziel. Mal sehen, im Herbst gibt es eine Probeklausur.

Wie gehen die Lehrer mit der Reform um?

Unsere Deutsch-Lehrerin hat sich wirklich reingehängt. Das ist gut für mich, denn Deutsch ist mein einziges Fach mit Zentralprüfung. In Mathe oder einer Fremdsprache, den anderen Zentralfächern, mache ich keine Prüfung. Fürs Zentralabi gilt: Man weiß in etwa, welche Themen relevant sind, und diese Themen werden behandelt. Natürlich unterschiedlich gut, aber früher haben einige Lehrer ihre Schüler direkt auf die Fragen vorbereitet und andere nicht – das war weit weniger fair und ist nun unmöglich.