Die erste Krise im Studentenleben kommt früher als erwartet: dann nämlich, wenn in der neuen Bude zum ersten Mal der Magen knurrt. Spätestens jetzt denken viele mit Sehnsucht an die Hausmannskost im Hotel Mama zurück, die doch so schlecht eigentlich gar nicht gewesen ist… Ein neuer Ernährungsstil ist also gefragt, sobald das Studium anfängt, von Mensa bis McDonald’s – aber Vorsicht! Jede Mahlzeit sagt auch etwas über die Persönlichkeit aus: ein Überblick über die vier markantesten Esser-Typen.

Die Fast-Food-Fraktion

Rein optisch würde man den wenigsten Mitgliedern der Fast-Food-Fraktion ihr großes Laster ansehen, ausgedehnte Abende im Fitness-Studio helfen gegen die schleichende Gewichtszunahme. Sobald es allerdings auf die Mittagszeit zugeht, verraten sie sich mit ihrem auffälligen Verhalten: Je größer der Hunger, desto nervöser halten sie nach dem Logo von einer der amerikanischen Imbissketten Ausschau. Die Buletten im matschigen Brötchen dienen allerdings nicht nur ihrer Sättigung, sondern vor allem der Imagepflege. Während sie mit einer geschickten Drehung aus dem Handgelenk die Pommes aus dem Pappbecher auf das Tablett kippen, erzählen die Mitglieder der Fast-Food-Fraktion mit Vorliebe von ihrem Highschool-Jahr in Amerika und davon, wie sehr diese Zeit sie geprägt habe.

In Sachen Essensgewohnheiten jedenfalls lässt sich das nicht leugnen: Im Urlaub ignoriert der Hamburger-Freund kategorisch alles, was nach örtlichen Spezialitäten aussieht, und orientiert sich an der bekannten Hamburger-Speisekarte, die ihm selbst im hintersten Winkel der Welt das Gefühl kulinarischer Geborgenheit vermittelt. Die Heilungschancen für den studentischen Fast-Food-Junkie tendieren gegen null. Als letzte Chance für einen süchtigen Erstsemester gilt das erste Date der Uni-Karriere: Wenn der oder die Angebetete beim Rendezvous im Pommesdunst entrüstet das Weite sucht, stellen einige wegen des sozialen Drucks ihre Ernährungsgewohnheiten um – wenn auch unter demonstrativ heftigem Protest.

Die Mensa-Verehrer

Einen ausgewiesenen Sinn für Ästhetik haben sie nicht, die Mensa-Verehrer. Das dient vor allem dem Selbstschutz: Zwischen Gulaschkanonen und riesigen Spaghetti-Trögen geht es bei der studentischen Massenabfertigung selten so zu, dass sie ihre Augen mitessen lassen möchten. Für sie hat die Mensa einen ganz anderen Reiz – einen gesellschaftlichen. Hier wird der Mensa-Verehrer plötzlich nach einem Vormittag voller gähnend langweiliger Vorlesungen zum König, der Hof hält. Seine Freunde wissen schon längst, dass er täglich pünktlich um 12.30 Uhr an seinem Stammplatz in der Mensa anzutreffen ist, und finden sich zahlreich ein.

Jeden Tag ist die Gesellschaft neu zusammengewürfelt, einige Gäste sind immer dabei, andere kommen nur sporadisch. Was er seinen Freunden bei Tische schuldig ist, weiß der Mensa-Verehrer genau: Langweilig werden darf es in seiner Runde nie – bei Bedarf wirft er deshalb aus dem Stegreif Anekdoten und Witze ein. Zum Beispiel über die Flugblätter, die engagierte Studenten-Initiativen vor der Mittagszeit zu Dutzenden auf den kantigen Resopal-Tischen verteilt haben. Die Flyer werben wahlweise für die abendliche Frei-saufen-Party im Burschenschaftskeller oder für die Lösung sämtlicher Weltprobleme dank der eilig zu errichtenden Eurasischen Landbrücke. Der Gesprächsstoff geht dem Mensa-Verehrer so schnell nicht aus, sehr zur Freude seiner großen Gesellschaft. Dass er ganz nebenbei bestens über sämtliche Uni-Gerüchte informiert ist, versteht sich von selbst.