Daniel Regener beschäftigt sich mit Musik. Und das am liebsten theoretisch. Der 22-Jährige studiert an der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) in München im zweiten Semester Musikwissenschaft. "Mit fröhlichem gemeinsamen Musizieren hat das nichts zu tun. Wir erforschen Musik von den Anfängen des Abendlandes bis heute und lernen theoretisch, Werke zu erschließen", fasst er den Inhalt des Magisterstudiengangs zusammen.

Erschließen, interpretieren, vermitteln

Die Regelstudienzeit für Magisterstudiengänge liegt bei acht bis neun Semestern. Wer mit dem Bachelor abschließen möchte, hat schon nach sechs Semestern einen Hochschulabschluss. Eine richtige Aufnahmeprüfung gibt es an den Unis nicht, nur einen leichten Eignungstest, der von den Studierenden Grundkenntnisse in Instrumentenkunde, Transponieren und Intervalllehre abfragt.

Auch hat das Fach Musikwissenschaft keinen Numerus clausus. Ein Instrument spielen zu können erleichtert das Studium. "Allein weil das Interpretieren von Noten dazugehört", sagt Hartmut Schick, Professor in München. Daniel Regener spielt Geige und Klavier.

Schick teilt das Studium der Musikwissenschaft in drei Bereiche. Es geht um die Erschließung, die Interpretation und die Vermittlung von Musik. "Wir machen Quellen zugänglich, indem wir sie ausgraben und editieren. Wir versuchen, die Quellen zu deuten und zu verstehen und im dritten Punkt zu vermitteln", sagt er.

Mit welcher Musik man sich beschäftigt, variiert von Uni zu Uni. In München liegt der Schwerpunkt auf älterer Musik bis ins Jahr 1700. So können die Studierenden Seminare zur Analyse der Klaviersonaten von Beethoven und Wagner besuchen. Es werden aber auch zunehmend Vorlesungen angeboten, die sich mit amerikanischer Filmmusik, arabischer Musik, der Transkription von Popmusik oder der Geschichte des neuen deutschen Schlagers widmen.

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