Sie geben nicht auf: Rena Tangens und padeluun (Künstlername) sind fest davon überzeugt, dass "die Bürger vorsichtiger werden, ihr Recht auf freie Meinungsäußerung wahrzunehmen, wenn sie nicht sicher sein können, unbeobachtet zu sein". Deshalb engagieren sich beide seit Jahren im Bürgerrechtsverein FoeBuD. Ein Highlight ihrer Aktionen ist die Verleihung der Deutschen BigBrotherAwards, der "Oscars für Überwachung", wie die Zeitung Le Monde einmal schrieb.

Ende dieser Woche ist es wieder so weit. In Bielefeld werden die diesjährigen Preisträger "ausgezeichnet". Dazu können Unternehmen, Organisationen oder Politiker zählen, die durch "ausufernde Kontrolle, Manipulation und Überwachung der Privatsphäre der Bürger" besonders aufgefallen sind. Rund 350 Vorschläge gingen in diesem Jahr bei der Jury ein.

BigBrotherAwards erhielten in den vergangenen Jahren beispielsweise der Metro-Konzern für den Einsatz von Funkchips, das Lkw-Mautsystem von Toll Collect, Microsoft oder die Payback-Kundenkarte - aber auch der ehemalige Innenminister Otto Schily "für sein Lebenswerk".

Auffällig sei in diesem Jahr, dass sich Arbeitnehmer offenbar scheuten, Vorschläge einzureichen, so Tangens und padeluun. Einen Preis in der Kategorie Arbeitswelt werde es deshalb in diesem Jahr nicht geben. Dafür habe die Politik als eifriger Datenkrake die Wirtschaft nahezu eingeholt.