Rückwärtsgewandt finde ich den inzwischen langweiligen Vergleich mit den Nazis oder dem Kaiserreich. Eine gesunde Mischung aus Disziplin und Freiraum wäre wünschenswert.

Jörg Buntenbach, Berlin

Matthias Altenburgs Kritik an diversen und diffusen Thesen zu mehr "Strenge, Härte, Disziplin", die vor allem von Bernhard Bueb vorgetragen und von manchen deutschen Medien mit Verzückung wiedergegeben wurden, sollte sich jeder Deutsche zu Herzen nehmen.

Nicht dass ich als Österreicher lehrmeisterhaft wirken will, aber die mangelnde Flexibilität und der fehlende augenzwinkernde Humor treffen unsereins ja, ja wir schlampigen Ösis bei unseren Tätigkeiten in Deutschland sehr. Es ist nicht alles hart, was hart zu sein hat, es ist nicht alles Gold, was als Gold vorgegeben wird.

Unsere deutschen Nachbarn glauben noch zu sehr an die Mächtigkeit des Wortes des Vorgesetzten, an die sture Einhaltung jedweder Pflichten, die irgendwann einmal niedergeschrieben wurden. 8 Uhr heißt 8 Uhr und nicht 8.02 Uhr, der Tisch 12 hat immer reserviert zu sein, beim Frühstück genauso wie beim Abendessen - sonst kann der Deutsche ungemütlich werden. Im Flugzeug, sei es auch noch so leer, muss die Sitzordnung eingehalten werden. Mir graut vor dem Gedanken, nicht Klinsmann, sondern ein politischer Demagoge hätte die Deutschen per public viewing angestachelt.

Nicht oft, aber manchmal bin ich froh, Österreicher zu sein!

Hannes Naderhirn, Wien