Da hat man sich also für viel Geld eine Fettecke von Beuys gekauft, hat die Reinigungsfirma instruiert, sie auf keinen Fall wegzuputzen, und dann zerbröckelt das Fett einfach. Weil auch Fett alt wird. Die Konservierung der jüngsten Kunst ist ein praktisch-philosophisches Problem. Soll man restaurieren? Oder gehört der Verfallsprozess zum Kunstwerk? Mit solchen Fragen sah sich auch der Manager Steven Cohen konfrontiert. Er hatte letztes Jahr Damien Hirsts The Physical Impossibility of Death in the Mind of Someone Living einen toten Vier-Meter-Hai in einer Art Aquarium für acht Millionen Dollar gekauft. Doch dem Hai ging es schlecht. Er war zwar in Formaldehyd eingelegt, doch man hatte es ihm nicht injiziert - so verrottete der Fisch von Innen. Die Flüssigkeit im Tank wurde trübe, nicht mal ein Bleichmittel half. Vorige Woche nun hat Hirst, selbst immerhin schon 41 Jahre alt, den Hai ausgetauscht der Sammler Cohen übernahm die Kosten. Den frischen Hai hatte man vor Australiens Küste gefangen und dann schockgefroren nach England verbracht. Ein Fisch-Kurator vom Naturkundemuseum in London überwachte die Präparation, dem Tier wurde Formaldehyd hektoliterweise unter die Haut gepumpt. Doch sieht der neue Hai dem alten überhaupt ähnlich? Oder ist es nur das Konzept, das zählt? Und apropos Tierkadaver: Wie geht es eigentlich dem Problembären?