Geld mit Kidnapping machen nicht nur Entführer. Das Versicherungsgeschäft rund um Menschenraub und Erpressung boomt. Mehr als 60 Prozent der 500 größten US-Unternehmen haben Policen zum Schutz im Fall von Lösegeldforderungen abgeschlossen, laut Insurance Information Institut, eines Interessenverbands der US-Versicherer.

Diese Vorsichtsmaßnahme ist angesichts der zunehmenden Zahl von Entführungen nicht unbegründet. " In den letzten fünf Jahren gibt es einen steigenden Trend zum Menschenraub", sagt eine Unternehmenssprecherin.

Nach Informationen der Naussau Versicherung sollen allein im vergangenen Jahr rund 14000 Menschen rund um den Globus entführt worden sein. Irak, Haiti und Mexiko sind die Spitzenreiter unter den Ländern, in denen Menschen regelmäßig verschwinden.

"Politische Forderungen sind dabei meist nur ein Ablenkungsmanöver.

Letzten Endes geht es immer ums Geld", sagt Mike Ackermann. Der Ex-CIA-Agent gründete eine Agentur, die Unternehmen in Entführungsfällen beisteht. Für 3000 US-Dollar am Tag verhandelt Ackermann mit den Kidnappern und organisiert die Lösegeldübergabe.

Seine Hilfe ist auch schon von deutschen Unternehmen in Anspruch genommen geworden. Namen möchte er nicht nennen.

Für ihren Schutz kassieren die Versicherungen stattliche Prämien. Je nach Popularität des Kunden und des Einsatzorts wird abgerechnet. Da kann schon mal eine Prämie von 50000 US-Dollar im Jahr für eine Auszahlungssumme von 2,5 Millionen US-Dollar fällig werden. Die Versicherten müssen sich allerdings an strenge Regeln halten. So steht Diskretion und Geheimhaltung an erster Stelle. " Das wäre ganz schön dumm, rumzuerzählen, dass man eine Versicherung hat", sagt Ackermann.