Der Rat der hessischen Gemeinde Dietzenbach will seine Kindergartenkinder per Gesetz verpflichten, Deutsch zu sprechen. Man muss den Lokalpolitikern diese gehirnwäscherische Anwandlung verzeihen. Sie hatten ja keine Ahnung, dass "Zwang" nichts bringt beim Spracherwerb, dass es, jawohl!, gegen die UN-Kinderrechtskonvention verstößt, den Insassen ihrer Kindergärten das Brabbeln in Einheitszunge zu verordnen. Über all das wurden die hessische Provinzlinge erst jetzt von Bildungsexperten und anderen berufenen Kommentatoren aufgeklärt. Doch wehe! All die Warner, sie beschwichtigen das eigentliche Problem. Die Sprache selbst. Sie ist das Grundübel unserer Zeit. Erfahrungen zeigen: Wenn kleine Menschen erst lernen, sich auszudrücken, sind Konflikte im Erwachsenenalter programmiert. Wer spricht, erzeugt nur unnötigen Ärger. Sprechende Menschen beleidigen den Propheten. Sie rufen zum Terror auf und zitieren byzantinische Kaiser. Sprachmenschen sagen auch Sachen wie "Alter, was guckst du?!" oder erfinden Wörter wie "Parallelgesellschaften" und "Leitkultur". Und auf so was können wir ja wohl verzichten. Darum: Vergisst es mal ruhig, Kinder von Ditzebach! Doits schad blos.